Mittelstand und Finanzwesen befürchten Mehrbelastung durch Ausweitung der Nachhaltigkeitsberichterstattung
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PKM Veranstaltung mit DSGV und VDMA zum Thema Sustainable Finance

„Die Absenkung der Berichtspflichtenschwelle von Unternehmen mit 500 auf 250 Mitarbeiter wird zu einer Verzehnfachung der betroffenen Unternehmen in Deutschland führen.” resümiert Dr. Markus Pieper (CDU), Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand Europe (PKM Europe), im Anschluss an eine Veranstaltung mit dem DSGV und dem VDMA. Darüber hinaus betont der Mittelstandsexperte: “Unsere Veranstaltung hat gezeigt, dass der Green Deal und die damit verbundenen Initiativen mit einer klaren marktwirtschaftlichen Perspektive gestaltet werden müssen, die dem Mittelstand Handlungsspielräume bietet und bürokratische Mehrbelastung minimiert. Mit der geplanten Richtlinie zur nachhaltigen Berichterstattung sollen zukünftig allerdings knapp 50.000 Unternehmen in der EU über die gesamte Bandbreite an Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen berichten. Damit droht planwirtschaftliche Vorregulierung mit gewaltigen Bürokratielasten. Dabei ist die Kommission ursprünglich angetreten diese abzubauen. Deshalb brauchen wir in Europa, wie für die Klimaziele, verlässliche Reduktionsziel für administrative Aufwände. Warum das sein muss, und wie das gelingen kann, zeigen wir auch in unserem Positionspapier zu diesem Thema auf.“

Markus Ferber (CSU), Ko-Sprecher des PKM Europe und wirtschaftspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, fügt hinzu: „Anstatt einen marktbasierten Ansatz zu wählen, in dem das Preissignal Marktteilnehmer über die relative Knappheit eines Gutes, wie beispielsweise Emissionsrechte, informiert, will die Kommission mit der Taxonomie den Unternehmen vorschreiben, was als nachhaltig zu gelten hat und was nicht. Das ist nicht nur bevormundend, sondern auch marktverzerrend. Wirtschaftlichen Aktivitäten, die in die falsche Kategorie fallen, wird damit der Geldhahn abgedreht. Hier droht am Ende großer Schaden für die Europäische Wirtschaft. Wie viele Veranstaltungsteilnehmer sehe auch ich durchaus den Nutzen für einheitliche Leitlinien, die Informationsasymmetrien bei der Kanalisierung von Investitionen abbauen. Überfordert die Kommission mit ihren Vorschriften aber jeden Mittelständler, oder auch den ein oder anderen langedienten Unternehmensanalysten, dann erweist sie am Ende allen Betroffenen einen Bärendienst.“

PKM Diskussion mit Georg J. Huber, Leiter der Brüsseler Repräsentanz des Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), und Holger Kunze, Geschäftsführer European Office des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), mit Vertretern aus Parlament, Kommission, Bankenwesen und Industrie zur EU-Taxonomie und den Kommissionsvorschlägen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Hier das Positionspapier.

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