Bundesverkehrsministerium steht zum geplanten Ausbau der Strecke Münster – Lünen
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Berlin/Münster. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung steht hinter dem geplanten Ausbau der Schienenverbindung Münster-Lünen. Dies bestätigte der zuständige Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann MdB jetzt in einem Gespräch mit den CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker, Ruprecht Polenz, Karl Schiewerling, Dieter Jasper sowie dem Europaabgeordneten Dr. Markus Pieper. Hier hatten in den vergangenen Wochen unterschiedliche Aussagen, nicht zuletzt auch von NRW-Verkehrsminister Groscheck, Verwirrung gestiftet. Mit Blick auf die öffentlichen Aussagen Groschecks wies das Berliner Ministerium den Vorwurf zurück, man habe bei der Bedarfsplanüberprüfung im Jahr 2010 den wirtschaftlichen Nutzen der Strecke falsch berechnet. Auch den Vorschlag einer vorzeitigen Bewertung der Maßnahme im Zuge der Bundesverkehrswegeplanung 2015 lehnte Ferlemann als nicht praktikabel ab.

Das Ministerium bestätigte, dass die Vorentwurfsplanung abgeschlossen sei. Im Ergebnis wurden Investitionskosten in Höhe von rund 400 Mio. € ermittelt. „Es ist unser Anliegen, dieses Nadelöhr schnellstmöglich zu beseitigen, schließlich soll auch der Rhein-Ruhr-Express mit einem Arm nach Münster geführt werden“, bekräftigte der Parlamentarische Staatssekretär noch einmal seine Aussage. Man wolle das Projekt möglichst rasch zur Baureife bringen. Zuvorderst wünschen die Abgeordneten den Ausbau der Strecke zwischen Werne und Capelle. Für diesen Abschnitt soll die Deutsche Bahn AG einen Planfeststellungsbeschluss für das Jahr 2015 anstreben.

Mit Blick auf eine mögliche Förderung aus Brüssel zeigte man sich im Bundesverkehrsministerium hocherfreut. Europapolitiker Dr. Markus Pieper hatte vor Weihnachten erreicht, dass der Transportausschuss des Europäischen Parlamentes die Strecke Münster-Lünen in die Liste der Vorausgewählten Projekte des Kernnetzes der Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-V) ausgenommen hat. „Das ermöglicht uns, sobald die Planungen weit genug fortgeschritten sind und die Finanzierung gesichert ist, Zuschüsse aus der Haushaltslinie für die TEN zu beantragen“, so Staatssekretär Ferlemann. Zunächst müsse das Projekt allerdings zur Baureife geführt werden. Vorher sei es nicht möglich, EU-Mittel zu beantragen.

Der Münsterländer Verkehrsexperte Reinhold Sendker machte noch einmal auf die dringende Notwendigkeit des Ausbaus für die Region aufmerksam: „Die Eingleisigkeit der Strecke führt immer wieder zu erheblichen Beeinträchtigungen, insbesondere zu Verspätungen, von denen der Berufsverkehr und damit auch die Wirtschaft massiv betroffen sind. Wir müssen hier zügig handeln.“ Unterstützt wurde diese Aussage von Ruprecht Polenz, der noch einmal auf die enormen Potentiale des Rhein-Ruhr-Expresses hinwies, der über die Strecke Münster-Lünen die Stadt Münster besser an die Metropolregion Rhein-Ruhr anbinden soll.

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