Industrie- und Technolgiestandards: Europa macht Dampf aber China holt auf
20-03-10 Pieper and Ferber Team pics-11

Europäische Kommission stellt Standardisierungsstrategie vor

Heute stellt die Europäische Kommission ihre neue Standardisierungsstrategie vor. Damit zielt die Kommission darauf ab, die Zusammenarbeit von Industrie, Normungsinstituten und den Europäischen Institutionen und Agenturen zu beschleunigen und zu vereinfachen.

„Seit Beginn des Jahrtausends gerät Europa gegenüber China immer weiter ins Hintertreffen. Während der Anteil der EU27 am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 21,2% auf 18,1% zurückgegangen ist, hat China seinen Anteil von 3,5% auf 17,4% fast verfünffacht.” stellt Markus Pieper (CDU), Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand Europe (PKM Europe), fest. „In diesem globalen, stark wettbewerbsorientieren Umfeld, sind Standards der Schlüssel zur Sicherung unserer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Zwar kommen heute noch gut 95% aller Normen aus der EU, Großbritannien und den USA, jedoch holt China stark auf. Allein im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Anteil chinesischer Standards auf internationaler Ebene verdoppelt. Gerade bei Informations- und Kommunikationstechnologien wie 6G, Cloud und Edge Computing, Big Data oder Internet-of-Things (IOT) Anwendungen ist China am Puls der Zeit. Deshalb war es umso wichtiger, dass die Kommission nunmehr mit einer Standardisierungsstrategie nachlegt. Als Scharnier zwischen Industrie und Politik kann die Strategie maßgeblich dazu beitragen, das Europa auch weiterhin weltweit Maßstäbe setzt.“

Markus Ferber (CSU), Ko-Sprecher des PKM Europe und wirtschaftspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, fügt hinzu: „Richtig gemacht, können Standards einen wichtigen Beitrag zur Deregulierung von Märkten leisten. Gleichzeitig können einheitliche, konsensbasierte und von der Industrie entwickelte Standards zur Sicherung von Qualitäts- und Verbraucherschutzanforderungen beitragen und so überschüssige Regulierungsaufwände abbauen. Deshalb wäre auch ein noch breiterer Blickwinkel der Standardisierungsstrategie wünschenswert gewesen. Gerade durch den Green Deal werden an den Mittelstand immer weitreichendere Anforderungen in der Nachhaltigkeits-berichterstattung herangetragen. Auch hier werden einfache und einheitliche Standards benötigt, die einer im Konsens erarbeitete Norm entsprechen müssen. Deshalb müssen die Industrie und insbesondere der innovative Mittelstand auch in Zukunft mit einer starken Stimme eingebunden werden, gerade wenn man auf die internationale Ebene und den Wettbewerb bei der Standardisierung blickt.“

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