Es bleibt dabei – Krankenpflege mit Realschulabschluss
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“Ein wichtiges Bekenntnis zum dualen Ausbildungsmodell”, nennt Markus Pieper (CDU/EVP), Europaabgeordneter für das Münsterland, den heutigen Beschluss des Gesundheitsausschusses im Europäischen Parlament. Auch zukünftig soll die Ausbildung zur Krankenpflege mit zehn Jahren Schulbildung möglich sein. Im Zuge der Überarbeitung der Richtlinie der Berufsanerkennung will der Gesundheitsausschuss weiterhin auch Realschülern den Zugang zum Beruf der Krankenpflege ermöglichen. Ein Vorschlag der EU-Kommission sieht dagegen vor, Mindestanforderungen auch für die Krankenpflege einzuführen. Konkret sollten diese in 12 Jahren Schulbildung liegen.

“Ich halte 12 Jahre als Anforderung für unsachgemäß. Die nationalen Bildungssysteme der Mitgliedsstaaten sind zu verschieden, als dass eine Zugangsvoraussetzung über die Anzahl der Schuljahre angemessen ist” so Pieper. Entscheidend sei die Qualität der beruflichen Bildung. Diese sei in Deutschland sehr gut. Ein Beleg hierfür ist in den Augen des Europaabgeordneten die niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, welche bei rund 8 Prozent liegt. “Diese Erfolge zeigen, dass die dualen Ausbildungsmodelle gestärkt werden müssen”, so Pieper.

Hintergrund:

Der Gesundheitsausschuss des Europarlaments schlägt als Zugangsvoraussetzung mindestens 10 Jahre Schulbildung vor. Somit könnte das sehr erfolgreiche deutsche System bestehen bleiben. Außerdem soll so den Ländern, welche bereits eine höhere Anzahl an Schuljahren fordern die Angst genommen werden, dass die Anforderungen abgestuft werden.

In Deutschland macht der Anteil der Erwerbstätigen im Krankenpflegeberuf ohne Abitur 55 Prozent aus. In Folge eines Anstiegs der Anforderungen, könnte so vielen der Weg in Krankenpflege verwehrt bleiben. Dies würde den Fachkräftemangel in den kommenden Jahren noch einmal verschärfen. Der federführende Binnenmarktausschuss stimmt voraussichtlich im Januar 2013 über den Vorschlag der Kommission ab.

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