Kapitalmarktunion: Neue Möglichkeiten der Finanzierung für KMUs?
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Anlässlich der Vorstellung des Aktionsplans zur Kapitalmarktunion durch Kommissar Hill Ende September traf sich der Parlamentskreis Mittelstand Europe jetzt mit Vertretern der drei Säulen des deutschen Bankenwesens, dem Bundesverband deutscher Banken, dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. sowie dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

Finanzierungsmethoden ergänzen, nicht bestehende Strukturen ersetzen

Bereits in seinen Eröffnungsworten betonte Markus Ferber: “Man braucht nicht zu glauben, dass es ausreicht, ein bisschen an den Regeln zu drehen und jedes kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ändert seine Finanzierungsstruktur.” Damit griff der Finanzexperte der EVP Fraktion einen wesentlichen Kritikpunkt am vorgelegten Aktionsplan zur Kapitalmarktunion auf: In diesem wurde der Schwerpunkt auf Verbriefungen und die Prospektrichtlinie gelegt – eine Beteiligung am Kapitalmarkt kommt für die Mehrzahl der KMUs aus strukturellen Gründen (Kapitalbedarf, Unternehmensgröße) jedoch überhaupt nicht in Frage. Viel wichtiger beim Zugang zu Finanzmitteln als der Kapitalmarktzugang ist für die meisten KMUs die traditionelle Bankenfinanzierung. Deswegen ist es entscheidend den Banken nicht zu viele Steine in den Weg zu legen. Die Mittelstandsvertreter zeigten sich erfreut, dass die Bedeutung der klassischen Bankenfinanzierung für KMUs so inzwischen auch bei der Kommission angekommen sei.

Verhältnismäßigkeit zwischen Risiko und Intensität der der Aufsicht muss gewahrt bleiben

“Es kann nicht sein, dass eine kleine regionale Bank genauso behandelt wird wie Goldman Sachs”, so Markus Ferber. Bürokratischer Aufwand durch überschießende Regulatorik stellt eine große Belastung vor allem für kleine Banken dar. Die Proportionalität zwischen Risiko und Intensität der Regulierung muss sichergestellt werden, unterstützen Markus Pieper (CDU) und Markus Ferber (CSU), die Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand Europe, die Forderung der Banken. “Zu bürokratischen Herausforderungen führt häufig auch ein übereifriges Umsetzen Europäischer Richtlinien, wie im aktuelle Projekt AnaCredit der Deutschen Bundesbank” kritisierte Markus Pieper, Sprecher des Mittelstandskreises der EVP-Fraktion.

Wetterwerbsgleichheit

Neue Marktteilnehmer, welche durch neue Geschäftsmodelle wie Crowdfunding auch Dienstleistungen am Finanzierungsmarkt anbieten, müssen sich an die Spielregeln halten. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten wurden von den Teilnehmern ausdrücklich begrüßt, sie sind sich jedoch auch einig: Eine ‘Schattenbankenwesen’ das sich der Regulierung des Marktes entzieht, verzerrt nicht nur den Markt sondern ist auch intransparent und birgt somit ein erhöhtes Ausfallrisiko. Bei gleichen Risiken müssen auch die gleichen regulatorischen Anforderungen gelten. Eine zielgerichtete Aufsicht ist somit notwendig um Sicherheit und Transparenz zu garantieren.

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