Die Glocke: Lackiererei Taflan Musterbetrieb für deutsches System
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Warendorf (ap). Vor allem kleineren Handwerksbetrieben bescheinigt Hans Rath, Präsident der Handwerkskammer Münster, ein unglaubliches Entwicklungspotenzial. Dass da etwas dran ist, ließ sich gestern bei seinem Besuch der Autolackiererei Taflan mit dem Europaabgeordneten Dr. Markus Pieper deutlich ablesen.Aus kleinen Anfängen mit einem gerade einmal 100 Quadratmeter großen Betrieb, haben die Brüder Yunus (Geschäftsführer) und Hasan (Betriebsleiter) Taflan innerhalb von 20 Jahren ein gewichtiges Unternehmen mit 35 Angestellten geformt. Nicht nur aus handwerklicher Sicht ist das eine Meisterleistung.

„Ich hatte nur einen Hauptschulabschluss. Aber wenn man etwas will, dann schafft man das auch. Der Glaube kann Berge versetzen“, sagte Hasan Taflan im Gespräch, an dem nicht nur der Europaabgeordnete und der Präsident der Handwerkskammer teilnahmen. Zu Gast waren auch der türkische Generalkonsul Ufuk Gezer aus Münster und Warendorfs Stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser.

„Warendorf ist eine ländliche, aber pulsierende Region, deren Betriebe viel Unterstützung durch die Kommunen benötigen“, sagte Rath. Die Handwerkskammer Münster betreue 27 500 Betriebe mit 160 000 Beschäftigten in der Region. Das Besondere an der Autolackiererei Taflan sei, dass hier Mitarbeiter aus sieben Ländern unter einem Dach arbeiten. „Ich bekomme keine deutschen Auszubildenden“, klagte Hasan Taflan. In den europäischen Nachbarländern sei die Ausbildung allerdings wenig praxisorientiert. Die Ausbildungsrichtlinien in Deutschland würden dort als Ausbeutung gesehen.

Der türkische Generalkonsul Ufuk Gezer hält den Integrationsaspekt für sehr wichtig. „Jeder fünfte Bürger und jedes dritte Neugeborene hat ausländische Wurzeln.“ Immerhin werde die Integration in Deutschland viel besser umgesetzt als beispielsweise in Frankreich.

Wie Kammerpräsident Hans Rath plädierte Gezer für verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen.

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