Die Glocke: EU will Verhandlungen mit Türkei neu beleben
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Luxemburg/Brüssel (dpa/gl). Für die Türkei rückt ein Neubeginn bei den Verhandlungen über einen EU-Beitritt näher. Trotz des gewaltsamen Vorgehens der türkischen Polizei gegen Demonstranten soll erstmals seit drei Jahren wieder ein neuer Themenbereich für Verhandlungen geöffnet werden. Dies schlug Bundesaußenminister Guido Westerwelle gestern bei einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Luxemburg vor.

Nach diesem politischen Beschluss würden dann die Verhandlungen tatsächlich erst im Herbst „im Licht des nächsten Fortschrittsberichts der EU-Kommission“ über die Lage in der Türkei beginnen, sagten deutsche Diplomaten.

Der münsterländische Europaabgeordnete Markus Pieper (CDU) warnte indes vor Verhandlungen mit der Türkei zur Regionalpolitik. Gegen eine Aufnahme in europäische Förderprogramme sprächen finanzielle und strukturelle Gründe. Nach Piepers Angaben stehen in der Türkei wenigen florierenden Metropolen fast unüberbrückbare Gegensätze zum ländlichen Raum gegenüber. Die extremen Entwicklungsunterschiede innerhalb des Landes würden im Fall einer EU-Mitgliedschaft allein in der nächsten Förderperiode zusätzlich 140 Milliarden Euro europäische Strukturgelder erfordern.

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