Münsterländische Volkszeitung: Jahreshauptversammlung der Ortsunion Neuenkirchen mit Gastredner Markus Pieper vom Europaparlament
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Emmy-Halle: CDU appelliert an SPD

CDU-Vorsitzender Herbert Albers begrüßte Markus Pieper als Gastredner der Versammlung.

-wio- NEUENKIRCHEN. Herbert Albers, Vorsitzender der Neuenkirchener CDU, begrüßte annähernd 40 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung. In seinem Rechenschaftsbericht ließ Albers das Jahr 2017 Revue passieren. Der Machtwechsel in Düsseldorf mit Christina Schulze Föcking als neue Landwirtschafts-Ministerin, die Bundestagswahl mit der Ernennung von Jens Spahn zum Bundes-Gesundheitsminister bezeichnete Albers als „grandiose Ergebnisse“. Lokal stehe die CDU, „im Gegensatz zur SPD“, nach wie vor für den Bau einer Mensa mit Nutzung als Veranstaltungshalle für Vereine und Verbände an der EmmyNoether-Schule.

Albers rief die SPD dazu auf, sich auf die einstimmigen Beschlüsse zu besinnen und weiter konstruktiv an der baldigen Realisierung mit der Option für außerschulische Veranstaltungen mitzuarbeiten. An die Bürger der Gemeinde gerichtet, galt sein Aufruf, sich mehr in den zahlreichen Vereinen und Organisationen zu engagieren. „Es ist bedenklich, wenn Vereine keine Vorsitzenden finden – und das über mehrere Jahre hinweg. Das Zurückziehen in die eigenen vier Wände ist für ein gutes Zusammenleben in einer Gemeinde nicht dienlich“, sagte der CDU-Vorsitzende, der an diesem Abend turnusgemäß noch nicht wieder zur Wahl stand.

In die Zukunft gerichtet, erinnerte Albers an die anstehende Europawahl 2019 wie auch an die Kommunalwahl 2020. Da gelte es, bereits in den kommenden zwölf bis 18 Monaten die geeigneten Kandidaten zu finden.

Die Versammlungsformalitäten waren schnell erledigt. Kassierer Wolfgang Bursch wurde durch die Kassenprüfer Heinz Hölscher und Thomas Frömming eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt. Die Wahlen 2017 forderten zwar ihren finanziellen Tribut, jedoch beläuft sich der Kassenbestand jetzt auf 4600 Euro gegenüber 5900 Euro zuvor.

Die anstehenden Wahlen von fünf Vertretern und Ersatzvertretern für die Kreisvertreterversammlung Landesreserveliste Europawahl ergaben folgende Ergebnisse: Herbert Albers, Wolfgang Bursch, Marietheres Rohling, Jutta ten Winkel und Nico von Royen wurden als Vertreter gewählt. Ersatzvertreter sind Holger Bertels, Detlef Husken, Norbert Konert, Marietta Scheipermeier und Christian Schroer.

Für langjährige Treue zur CDU ehrte die Versammlung die Mitglieder Stefan Heuermann, Hermann Wehmschulte und Wolfgang Kerstiens. Letzterer befindet sich seit 50 Jahren in der CDU.

Als Gastredner hatte die CDU den Europa-Abgeordneten Markus Pieper gewonnen. Der 55-jährige Abgeordnete aus Münster ist überzeugter Europäer durch und durch. Seit 2004 vertritt er im Europaparlament in Brüssel seinen Wahlkreis NRW, insbesondere das Münsterland. Sein Ziel sei eine „bürgernahe, entbürokratisierte EU“.

In Anbetracht der kommenden Europawahl ist eine sehr geringe Wahlbeteiligung Piepers größte Sorge. Er begründet das mit der Abkoppelung von der Kommunalwahl. Daher lautet sein Appell an die Bürger, unbedingt an die Wahlurnen zu gehen. Eine zu geringe Wahlbeteiligung nütze nur den extremen und kleinen Parteien. „Wenn wir die Leute zu den Wahlen kriegen wollen, müssen wir ihnen die großen Themen nahebringen“, sagte er. Nur so könne man weiterhin Frieden, Freiheit und Sicherheit gewährleisten.

Die vermeintlichen Kleinigkeiten gerieten immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Wer denke schon noch darüber nach, „dass wir mit derselben Währung die Grenzen zu unseren Nachbarländern überschreiten?“ Von Münster über Osnabrück nach Mailand fahre man mit dem gleichen Ticket, dem gleichen Lokführer, dem selben Zug. Das würde gar nicht mehr registriert. „Die Vereinheitlichung von Industrienormen bringen dem Bürger eine enorme Erleichterung“, so Pieper.

Pieper thematisiert Europa, aber welches? Verteidigungsunion, europäische Asylverfahren, stärkerer Außengrenzenschutz und wirksamere Wege einer gemeinsamen Politik der Digitalisierung und Entwicklungshilfe sind seine Themen. „Wir sind für Europa“ – das reiche nicht mehr. Entscheidend sei: Für welches Europa? Martin Schulz‘ Vision der „Vereinigten Staaten von Europa“ spalte die EU. Nicht sein „rein oder raus“ bis 2025 sei die Frage. Vielmehr ginge es darum, immer wieder den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden.

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 10.5.2018, Wilhelm Otto Koch (Autor), © Altmeppen Verlag GmbH & Co. KG , alle Rechte vorbehalten

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