Münstersche Zeitung: CDU-Spitzenkandidat David McAllister warnt vor radikalen Kräften
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Europäische Richtungsentscheidung

MÜNSTER. Vor dem Erstarken rechts- und linksradikaler Splitterparteien und ihrem Einzug in das Europäische Parlament bei den Europawahlen am 25. Mai haben am Samstag gemeinsam der deutsche CDU-Spitzenkandidat David McAllister und der CDU-Europaabgeordnete für das Münsterland, Dr. Markus Pieper, gewarnt. Bei einer Wahlkundgebung in der Stubengasse bezeichnete McAllister es als „europäische Richtungsentscheidung, ob radikale Kräfte von ganz links und ganz rechts stärker werden oder nicht“.

McAllister hat die Befürchtung, dass der „Front National“ in Frankreich stärkste Partei werden könnte, denn dieser sei eine „chauvinistische, nationalistische, rassistische und antieuropäische Partei“, so der Politiker.

Bei der Abgrenzung zu den politischen Wettbewerbern im Europawahlkampf nahm McAllister sich besonders scharf die AfD vor, deren „Professoren“ er vorwarf, „wohlfeil und bräsig in Talkshows herumzusitzen und hämisch und spöttisch über Europa“ reden. Nur eine hohe Wahlbeteiligung könne verhindern, dass die radikalen kleinen Parteien, die natürlich ihre Anhängerschaft mobilisierten, übermäßigen Einfluss bekämen. „Wir überlassen Europa nicht diesen Schwachmaten von links oder rechts“, rief McAllister unter dem Beifall mehrerer hundert Zuhörer.

Auch Markus Pieper, der sich erneut um einen Sitz im Europaparlament bewirbt, griff die AfD hart an: „Wir lassen uns unsere kostbare europäische Idee von denen nicht kaputt reden, und auch nicht kaputt treten von den Springerstiefeln der NPD“. Pieper schilderte die Folgen der Abschaffung der Drei-Prozent-Hürde für das Europaparlament. Wenn eine Partei mehr als 0,5 Prozent an Stimmen bekomme, sei sie im Parlament vertreten, also Republikaner, NPD, Tierschützer, Rentnerpartei, ÖDP und viele mehr. Wichtige Reformvorhaben könnten mit diesen Splitterparteien nicht durchgesetzt werden. dba

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