Ibbenbürener Volkszeitung: Erst persönlich, dann Wahlkampfmodus
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Richard Frank (v.l.), Bernd Schöning, Peter Alberts, Andrea Arcais und Dr. Markus Pieper (r.) stellten sich den kritischen Fragen der Kardinal-von-Galen-Schüler. Die Politiker und Reimund Hermes (2.v.l.) freuten sich über die klugen engagierten Fragen der Jugendlichen.Dietlind Ellerich

-del- METTINGEN. „Ein solches Projekt zur politischen Bildung sollte vor Wahlen an allen Schulen Pflicht werden“, wünschen sich Henrike Feldkämper, Victor Plagemann und Hermann Sturzebecher nach einem spannenden Einblick in die Politik. Die 17-Jährigen hatten am Mittwoch die Gelegenheit, Politiker hautnah zu erleben. Zur Europawahl hatte das Kardinal-von-Galen-Gymnasium für die Schüler der Oberstufe eine Infoveranstaltung organisiert. Zu Gast waren Andrea Arcais (SPD), Richard Frank (Die Linke), Dr. Markus Pieper (CDU), Peter Alberts (Bündnis 90/Die Grünen) und Bernd Schöning (FDP).

Zunächst konnten die Jugendlichen die Politiker aller Couleur in kleineren Gruppen kennenlernen, ihnen und ihren Ansichten auf den Zahn fühlen. Man erfahre viel mehr, komme näher an den Menschen heran, hat Henrike beobachtet. Ebenso wie Hermann und Victor ist sie überzeugt, dass noch so viele Flugblätter, Plakate und Wahlprogramme das nicht leisten könnten, was im Gespräch auf Augenhöhe möglich sei.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion saßen auch die Zehntklässler der KvG-Realschule im Publikum. Dass das Herrenquintett sich im Wettstreit auf dem Podium anders gab als im Einzelgespräch mit den Jugendlichen, haben Henrike, Hermann und Victor bemerkt. Da kam in der Aula der KvG-Schulen mit Sticheleien, Provokationen und Vorwürfen, der eine führe eine Phantomdebatte und der andere rede rechtspopulistischen Unsinn, doch ein wenig Wahlkampf auf.

Den Schülern gefiel‘s. Das Trio ist sich sicher, dass es sich in Zukunft noch mehr für Politik interessieren wird, und dass jeder aus der Jahrgangsstufe etwas aus der Veranstaltung mitgenommen hat. „Der Zeitpunkt war ideal“, auch das betonen die Drei ausdrücklich, und zwar nicht nur wegen der bevorstehenden Wahl, sondern weil sie jetzt genau im richtigen Alter seien, um sich intensiv mit politischen Themen auseinanderzusetzen. Ein solches Angebot hätte vor zwei oder drei Jahren wenig Sinn gemacht, sagen sie selbstkritisch.

Der stellvertretende Schulleiter Reimund Hermes war ebenfalls zufrieden mit dem Format, das die Sowi-Lehrer vorbereitet hatten, aber auch mit dem Auftritt der Jugendlichen, die sich blendend geschlagen hätten.

Ein dickes Lob gab‘s auch von den Politikern – für die klugen Fragen der Schüler.

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