Handelsblatt: „MADE IN“: EU-Parlamentsausschuss will Herkunftsbezeichnung
artikel-handelsblatt

Der EU-Verbraucherausschuss fordert die „Made in“-Angabe. „Der Verbraucher hat ein Recht zu wissen, woher seine Ware kommt“, sagt SPD-Abgeordnete Gebhardt. Dies könnte besonders kleinen und mittleren Unternehmen schaden.

Auf Produkten muss nach dem Willen des Verbraucherausschusses im Europaparlament künftig das Herkunftsland stehen. Das beschlossen die Abgeordneten am Donnerstag in Brüssel. Bisher ist eine solche „Made in“-Angabe freiwillig. Auch die Regeln zur Bestimmung des Herkunftslandes sollen präzisiert werden.

Große Teile der deutschen Industrie sowie der Industrie- und Handelskammertag wehren sich gegen die Pläne. Auch die EU-Abgeordneten Markus Pieper (CDU) und Markus Ferber (CSU) monierten: „Kommission und Parlament schaffen durch die neue Regelung nur zusätzliche Barrieren, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.“

Die SPD-Abgeordnete Evelyne Gebhardt erhofft sich hingegen mehr Transparenz. „Der Verbraucher hat ein Recht zu wissen, woher seine Ware kommt“, forderte Gebhardt. „Wir brauchen deshalb endlich einen klaren und einheitlichen rechtlichen Rahmen für die Herkunftsbezeichnung von Produkten. Tricksereien bei der Angabe des Herkunftslandes darf es nicht mehr geben.“

Mit der Abstimmung im Ausschuss ist die Frage der Herkunftskennzeichnung noch nicht entschieden. Die Pläne benötigen die Zustimmung des Plenums und der EU-Staaten.

Das könnte Sie auch interessieren

Welt: USA drohen deutschen Auftragnehmern von Nord Stream 2

26. Juli 2020

Westfälische Nachrichten: Jetzt rebelliert das EU-Parlament

23. Juli 2020

Lassen die Abgeordneten den Deals des EU-Gipfels scheitern? – Tiefe Verärgerung über Haushalts-Kürzungen

Rheinische Post: Reformen anstatt neuer Schulden

20. Juli 2020

Gastbeitrag „Ehrliche Reformen statt neuer Schulden“

Neue Osnabrücker Zeitung: Arbeitet Brüssel zu schlampig?

14. Juli 2020

Bei Folgenabschätzungen fallen fast 30 Prozent der EU-Gesetze durch