Münsterlandzeitung: Von Sorge um Europa geprägt
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EU-Parlamentarier Markus Pieper (CDU) hielt Vortrag bei Ahauser Senioren Union

AHAUS. Die Sorge um Europa stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Senioren Union im CDU-Stadtverband Ahaus im Saal der Gaststätte Möllers am Wall.

Beim Vortrag des Europaabgeordneten Dr. Markus Pieper zeigten sich die Senioren hellwach. Pieper bedauerte, dass er nicht wie früher euphorisch über das Projekt Europa berichten könne, seien doch in beinahe allen 28 Mitgliedsstaaten Probleme aufgetaucht, die ein Funktionieren der großen Gemeinschaft zumindest beeinträchtigten. Das Streben nach gemeinsamem Handeln sei vielfach vom Ringen um Durchsetzung nationaler Interessen verdrängt worden. Das habe sich nicht nur in der Finanzkrise gezeigt, sondern sei durch die Flüchtlingsprobleme mehr als deutlich geworden. Einzelne Länder setzten dabei deutlich auf nationalegoistische Lösungen und damit die Einheit Europas aufs Spiel, wenn sie zur Aussperrung von Flüchtlingen sich gegeneinander abschotteten und ihre Grenzen schlössen, machte Pieper klar. „Wenn wir die Grenzen von heute auf morgen schließen und damit den freien Fluss der Waren blockieren, wäre das auch das Ende des Wirtschaftswunderlandes Münsterland“, warnte er. „Das wird die mittelständische Wirtschaft mit ihren Exportkontakten so nicht stemmen können.“ Die Wirtschaftskraft Europas würde deutlich einbrechen und Europa würde seine Bedeutung als internationaler Handelspartner in der Welt verlieren.

Der Flüchtlingsproblematik könne man sich so nicht einfach entledigen, schließlich habe sie auch für ganz Europa eine moralische Dimension; Hilfeleistung sei eine durch die Menschenrechte begründete Verpflichtung, der sich nicht nur Christen nicht entziehen könnten. Deshalb müsse „2016 ein Jahr des Zusammenraufens werden“.

 

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